Prof. Dr. Andreas Schmidt
Curriculum vitae
1966 Geboren in Waging am See;
1973-1986 Schulbesuch in Waging am See und Traunstein;
1986-1996 Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Hauptfach: Philosophie, Nebenfächer: Neuere Deutsche Literatur, Kunstgeschichte; Studienaufenthalt an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales und an der Sorbonne in Paris (1989-90), Abschluß: Magister (1993);
1996-2005 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann Assistent bei Prof. Anton Friedrich Koch am Philosophischen Seminar der Universität Tübingen;
1998 Promotion mit der Dissertation: Der Grund des Wissens. Zu Fichtes Wissenschaftslehren in den Versionen von 1794/95, 1804/II und 1812;
2007 Habilitation mit der Arbeit: Göttliche Gedanken. Zur Metaphysik der Erkenntnis bei Descartes, Malebranche, Spinoza und Leibniz;
2007-2013 Privatdozent am Philosophischen Seminar der Universität Tübingen; Vertretungen in Heidelberg (2008-09), Tübingen (2010-11), Berlin (2012), Jena (2012-13); 2009-2013 DFG-Projekt „Was ist Existenz?“;
seit 2013 Professur für Philosophie mit Schwerpunkt Deutscher Idealismus an der Universität Jena.
Forschungsprofil
Meine Dissertation („Der Grund des Wissens. Zu Fichtes Wissenschaftslehren in den Versionen von 1794/95, 1804/II und 1812“) war Johann Gottlieb Fichtes Theorie der Subjektivität und ihrem Zusammenhang mit seiner These vom „Primat der praktischen Vernunft“ gewidmet. In meiner Habilitationsschrift („Göttliche Gedanken. Zur Metaphysik der Erkenntnis bei Descartes, Malebranche, Spinoza und Leibniz“) habe ich mich der Vorgeschichte der Philosophie der Subjektivität zugewandt und die zentrale Rolle untersucht, die der Begriff des Geistes im klassischen Rationalismus an der Schnittstelle von Erkenntnistheorie, Religionsphilosophie und Philosophie des Psychologie spielt. In meinem DFG-Projekt „Was ist Existenz? Untersuchungen zu einem Grundbegriff der Metaphysik“, das nun kurz vor dem Abschluß steht, geht es darum, den schwer faßbaren Begriff der Existenz durch prismatische Aufgliederung systematisch begreiflich zu machen: Ich behandle diesen Begriff unter verschiedenen Gesichtspunkten (ontologisch, semantisch, epistemologisch, psychologisch) und unter Verwendung verschiedener Methoden (sprachanalytisch, phänomenologisch, transzendentalphilosophisch), um zu zeigen, daß der Begriff der Existenz unverständlich bleiben muß, solange wir nicht auf die Gewißheit der eigenen Existenz rekurrieren, die uns allererst einen epistemischen Zugang zur Existenz eröffnet.
In meiner zukünftigen Forschungstätigkeit habe ich vor, mein Projekt über den Begriff der Existenz weiter ausweiten und die Beiträge der Autoren des Deutschen Idealismus eingehender zu untersuchen; ich beabsichtige außerdem, den Begriff der Zeit und des Zeitbewußtseins auf ähnliche Weise historisch und systematisch näher zu betrachten: Ausgerüstet mit dem Instrumentarium der Phänomenologie und der analytischen Philosophie möchte ich insbesondere ein Blick werfen auf Kants und Fichtes subjektivitätstheoretisches Zeitverständnis.
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